Franziska Holstein

18. November – 21. Dezember 2017
Eröffnung:
18. November, 18:00-21:00 Uhr

Links oben, links mitte, links unten, mitte oben, mitte mitte, mitte unten, rechts oben, rechts mitte, rechts unten. Ein einzelnes Element in der Serie „O.T. 512“ von Franziska Holstein seperat zu betrachten ist kaum möglich. 512 Varianten eines cyanfarbenen, gefalteten Bogens Karton hat sie entwickelt. Die Quantität suggeriert eine Art Vollständigkeit, doch um die geht es nicht.
In den Spuren der haptischen, begreifenden Herstellungsweise der Faltungen zeigt sich der physische Prozess, der der Entstehung der Arbeiten innewohnt. Dies gilt auch für Holsteins geschichtete Malereien auf Papier und Leinwand aus anderen Serien, in denen sich Farbe und Material physisch vielfach überlagern. Zeit und Wiederholung kommen ins Spiel, und die Notwendigkeit, ein Limit zu definieren, wird deutlich.
Das Feld, was Franziska Holstein für ihre seriellen Arbeiten absteckt, verdichtet sich an den Rändern. Im Abtasten aller denkbaren Variablen und an der Grenze zur Redundanz schließt sich der Rahmen und eröffnet sich die Möglichkeit, die zugrunde gelegte Systematik zu erkennen. In ihr entsteht Ordnung als eine These über die Möglichkeiten formaler Entscheidungen, und zugleich als die Freiheit ästhetischer Diversität.

Franziska Holstein, geboren 1978, lebt und arbeitet in Leipzig. 2016 und 2017 hielt sich zu einem Studienaufenthalt in Paris auf, war beteiligt an Ausstellungen in der Neuen Galerie Gladbeck, im Kunstmuseum Stuttgart und im Kunstverein Bad Dürkheim. Nach der Einzelausstellung im Museum der bildenden Künste anlässlich des Kunstpreises der SachsenBank 2012 ist die kommende Ausstellung ist die erste Einzelausstellung von Franziska Holstein in Leipzig.