Robert Seidel

Geisterspiel

22. November – 20. December 2013

Opening:
November 22, 6 – 9pm

Einwurf. Egg tempera on canvas, 110 x 150 cm, 2013
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Geisterspiel. Exhibition view 2013

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Geisterspiel. Exhibition view 2013

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Geisterspiel. Exhibition view 2013



Bildumbau
(English version below)

Als André Cassagnes Mitte Januar 2013 in einem Pariser Vorort im Alter von 86 verstarb, erinnerte sich die Welt an die berühmteste Erfindung des französischen Elektriktotechnikers, Tüftlers und Drachenbauers: L’Écran Magique, die Zaubertafel, ein kleiner roten Kasten mit zwei Drehknöpfen und einer silbrig schimmernden Oberfläche, auf welcher wie von Zauberhand durch das Drehen der Knöpfe geometrische Linien erschienen. 1959 hatte Cassagnes seine Erfindung auf der Nürnberger Spielzeugmesse präsentiert, kurz darauf lizensierte die amerikanische Firma Ohio Art das Spielzeug für 25.000 Dollar. In den Vereinigten Staaten wurde die Zaubertafel unter dem Namen „Etch A Sketch“ schon bald darauf zu einem Spielzeug-Besteller, der sich in den folgenden Jahrzehnten über 100 Millionen mal verkaufte.1 Der Verband der amerikanischen Spielzeugindustrie setzte „Etch A Sketch“ 2003 schliesslich auf die Liste der 100 besten Spielzeuge des 20. Jahrhunderts. Auch im Osten spielten Kinder mit der begehrten „Magická tabulka“ oder „Magischen Tafel“, die von einem tschechischen Betrieb hergestellt wurde und die man nur kräftig schütteln musste, um das alte Bild verschwinden zu lassen und erneut mit dem magischen Zeichnen zu beginnen.2

Fraglos ist das massive rote Gehäuse, welches in Robert Seidels Bild „Magische Tafel“ (2009) als eine Art Rahmen für eine architektonisch-technizistische Studie der Wurzener Strasse und dem Rappenberg in Seidels Geburtsstadt Grimma dient, trotz Überformat als Zaubertafel zu erkennen. Im Kontext der Malerei lässt sich das Spielzeug als mehrfach codierter Apparat lesen. Es verweist sowohl auf eine Ost-Kindheit, Seidels Übertragung ingenieurtechnischer Perspektiven und Arbeitsweisen in die Malerei, sicher auch auf die Mühen der Malerei selbst: der gesetzte Rahmen, also Bildproduktion und ihre Grenzen, das Experimentieren, Festlegen, Verwerfen, Neubeginn. Robert Seidel will die Malerei nicht neu erfinden. Die klassischen Sujets – Landschaft, Figuration, Architektur – begreift er als Ausgangspunkt und erweitert sie um ein Konvolut zeitgenössischer Aspekte: In den Bildern des 1983 geborenen Künstlers mischen sich Vintage-Phantasien mit Vektor-Ästhetik, Sachsen-Dekonstruktion mit Vogelperspektiven, Vinyl-nerdiges Reggae-Fantum mit altmeisterlicher Eitempera-Leinwand-Technik.

„Magische Tafel“ gehört zu einer ganzen Reihe 3 von Bildern, mit denen Seidel – teilweise noch während seines Studiums an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst – in die Rolle eines Lokalchronisten schlüpfte, um sich mit seiner (rund 30.000 Einwohner zählenden) sächsischen Heimatstadt Grimma und dem umgebenden Muldentalkreis malend zu beschäftigen: „Zum einen begreife ich mich als Chronist, dessen Aufgabe darin besteht, das Gegenwärtige für die Nachwelt zu dokumentieren, zum anderen als kritischer Beobachter, der das Gesehene auf seine Bildtauglichkeit überprüft und, wenn nötig, Eingriffe am Status quo vornimmt.“4 Hintergrund war der Wunsch nach Konzentration auf das Naheliegende. Seidel ging es darum, „ein bezwingbares Arsenal an bildnerischen Möglichkeiten zu wählen und einen abgesteckten Kreis an Bildmotiven finden.“5 Das Echo sächsischer Landschaften hallt schon länger durch die neuere Kunstgeschichte, von den romantischen Malern wie dem Dresdner Ludwig Richter (1803-1884), welche die Sächsische Schweiz als ihr Motiv entdeckten, über den sächsischen Impressionisten Robert Sterl (1867-1932), der die Arbeiter in den (heute nicht mehr existierenden) Steinbrüchen malte, bis hin zum Werk älterer Zeitgenossen wie Neo Rauch – Seidels Lehrer an der Leipziger Akademie – oder auch Georg Baselitz. Doch nirgendwo in der zeitgenössischen Malerei findet sie sich so heimatkundlich-typologisch durchdekliniert und querschnittartig seziert wie bei Seidel.

Ihm gehe es bei diesen Bildern nicht vordergründig um Häuser, Dörfer oder Kleinstädte, betont der Künstler, sondern darum, sich selbst Gegenstände oder Zusammenhänge begreiflich zu machen. „Wenn ich einmal das Gefühl der Durchdringung erfahren habe, kann ich zurücktreten und Veränderungen vornehmen, dem Bild ein Eigenleben zugestehen und mich von der Malerei überraschen lassen.“6

Verblüffende Lösungen in der Bildfindung oder auch kleine Details ergeben einen Sog von Geschichten und Verweisen, die den Betrachter immer weiter in das Bild hineinziehen: So taucht etwa in „Wurzen“ (2008) neben verschiedenen zwei- und dreidimensionalen Gebäudestudien von Wohn-, Gewerbe- und Verwaltungsbauten das rote, dreizackige Firmenlogo der Wurzener Nahrungsmittel GmbH auf, welche vor der Wiedervereinigung als das landesweit bekannte VEB Nahrungsmittelkombinat „Albert Kuntz“ die DDR unter anderem mit Erdnussflips und Kochbeutelreis versorgte. Ebenfalls im Bild findet sich das schwarz-rot-goldene Stadtwappen, das einen einen geharnischten Reiter zeigt, der in seiner rechten Hand einen Krummstab, das bischöfliches Würdezeichen, führt. Auf die jüngste, unrühmliche Stadtgeschichte weist ein verwischtes Konterfei des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß im Stile eines Schablonen-Graffitis oder eines Aufklebers hin. Heß, der in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen zu lebenslanger Haft verurteilt wurde und 1987 Selbstmord beging, wird in der extremen Rechten als Kult- und Märtyrerfigur verehrt. Seit den Neunzigern gibt es in Wurzen (wie im gesamten Leipziger Umland) eine sehr aktive rechtsradikale Szene, die strukturell gefestigt und in vielen gesellschaftlichen Bereichen verankert ist. „Ich verstehe meine Arbeit nicht vordergündig als politisch engagiert,“ sagt Seidel „aber die rechte Szene war und ist ein Teil von Wurzen, nicht mehr und nicht weniger.“7 Weniger eindeutig ist das Graffiti-Akronym ACAB („All Cops Are Bastards“) zu dechiffrieren, welches ursprünglich aus der englischen Siebzigerjahre-Ultraszene kommend, mittlerweile sowohl von rechten, wie auch linken Jugendkulturen benutzt wird.

Die Prinzipen der Reduktion, Vereinfachung, Auswahl, Verstärkung und Verfremdung sind Strategien in der Auseinandersetzung mit Malerei, die im Werk Seidels besonders zum Tragen kommen. Wie zentral die Kunst des Weglassens und Verwerfens für Seidels Praxis ist, zeigen etwa auch seine figurativen Motive. Für das Bild „Dirty Reggae“ (2011) griff der Künstler auf ein gefundenes Promo-Foto8 der spanischen Reggae- und Rocksteady-Band Los Granadians (del Espacio Exterior) zurück. Seidel unterzog die fotografische Vorlage einer Reihe von Klärungen und Verfremdungen – von den ursprünglich sechs posierenden Bandmitgliedern wurden zwei Figuren wieder aus dem Bild herausgemalt – bis im Grunde nur noch die „coole Pose“ übrigblieb, die eine Gruppe von Musikern in einem kleinen Raum einnehmen. Ein ähnliches Prinzip wendete der Künstler auch bei der Produktion von „Top of the ladder“ (2013) an, für die das gleichnamige, in der zweiten Hälfte der Sechzigerjahre erschienene Album der jamaikanischen Ska- und Calypso-Band „Byron Lee and the Dragonaires“ als Vorlage diente: Seidel ließ das Bigband-Ensemble von ursprünglich 15 Musikern auf die klassische Bandgröße von vier Musikern schrumpfen, das Publikum verschwinden und den Hotel-Pool ohne Wasser. „Dirty Reggae“ wie auch „Top of the ladder“ funktionieren strukturell wie „Reverse Engineering“: Aus einem fertigen Objekt wird mittels Strukturanalyse ein Plan extrahiert: Und plötzlich wird das Gerüst sichtbar. Für gewöhnlich funktioniert der Imagetransfer zwischen Kunst und Pop in der entgegengesetzten Richtung.9

Die rücksichtslose Überführung – und Weiterverarbeitung – obskurer Reggae-Plattencover in die eigene Praxis lässt sich mit Diedrich Diederichsen aus dem „Ernstnehmen des eigenen Fantums“ erklären. „Wenn man eine Güterabwägung macht zwischen gelungener Kommunikation, also zwischen sogenannter Verständlichkeit und der Treue zum Gegenstand, oder der Treue gegenüber der eigenen Begeisterung, bin ich für Letzteres. […] Einer, der in eine Rezeptionsekstase gerät, ist doch viel interessanter zu beobachten als jemand, der Informationen verteilt.“10 Wenn Robert Seidel selbst über seine Arbeit spricht, dann geht es um Fehlerbeseitigung, Inventarisierung und Bündelung visueller Kraft: „Ich arbeite so lange, bis Ruhe eingekehrt und Ordnung geschaffen ist.“11 Doch das ist nur die eine Seite seiner Kunst, die teilweise tatsächlich am Reißbrett entsteht. Hinter den Bildern – die gar nicht so aufgeräumt erscheinen wie der Maler selbst gern behauptet – pulsiert die Freude an Landschaft, Musik,der Architektur der Dinge und springenden Perspektiven. Das heißt: Seidel ist auch ein ekstatischer Maler, der seine Sujets erst einmal zerlegt und zertrümmert, um sie anschliessend neu zusammenzusetzen. Der Mut, alles infrage zu stellen, liefert die Basis für seine neuartigen, faszinierenden Bilder.
– Kito Nedo

1 Fox, Margalit: André Cassagnes, Etch A Sketch Inventor, Is Dead at 86. New York Times, 3.2.2013 (http://www.nytimes.com/2013/02/04/business/andre-cassagnes-etch-a-sketch-inventor-is-dead-at-86.html?hp&_r=1& – abgerufen August 2013)
2 Ein Exemplar befindet sich in der Sammlung des Deutschen Historischen Museums Berlin (Inventarnr. AK 99/798) http://www.dhm.de/datenbank/dhm.php?seite=5&fld_0=99003858
3 u.a.: „Wurzener Straße“ (2006), „Möseln on Fire“ (2007), „Wurzen“ (2008), „Seeligenstädt“, (2010)
4 Statement Meisterschülerverteidigung Oktober 2011, e-mail an den Autor, November 2011
5 Statement Meisterschülerverteidigung Oktober 2011, e-mail an den Autor, November 2011
6 Statement Meisterschülerverteidigung Oktober 2011, e-mail an den Autor, November 2011
7 E-mail an den Autor, August 2013
8 http://granadians.com/losGranadians2003.html; „Dirty Reggae“ ist das 2003 erschienene Debüt der kalifornischen Reggaeband The Aggrolites betitelt
9 Beispielhaft sind hier die Zusammenarbeit zwischen den Beatles und den Pop-Künstlern Peter Blake und Jann Haworth für das Cover von Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967) oder auch die Plattencover von Sonic Youth, für welche Arbeiten von Gerhard Richter (Daydream Nation, 1988), Raymond Pettibon (Goo, 1990) oder Mike Kelley (Dirty, 1992) Verwendung fanden.
10 Weber, Julian: „Rezeptionsekstase hat bei mir immer Vorrang.“ Interview mit Diedrich Diederichsen, taz, die Tageszeitung, 16.07.2013
11 Statement Meisterschülerverteidigung Oktober 2011, e-mail an den Autor, November 2011

Image Conversions

When André Cassagnes died in mid-January 2013 in a Paris suburb aged 86, the world remembered the most famous invention of the electrical engineer, inventor and kite builder from France: L’écran magique, the mystic writing pad, a small red frame with two turning knobs and a shimmering, silvery screen on which geometrical lines would miraculously appear when you turned the knobs. In 1959 Cassagnes presented his invention at the Nuremberg toy fair, and shortly thereafter the American company Ohio Art licensed the device for 25,000 US-Dollars. Under the name “Etch A Sketch”, it went on to become one of the bestselling toys in the United States, with total sales surpassing the 100 million mark in the following decades.1 In 2003 the “Etch A Sketch” was featured on the Toy Industry Association of America’s list of the 100 best toys of the 20th century. Meanwhile, in Eastern Europe, children played with the sought-after “magická tabulka” or “magic pad”, which was produced by a Czech company and had to be shaken strongly in order to make the drawing go away and to start a new magic sketch.2

In Robert Seidel’s painting “Magische Tafel” (2009), the massive red shape that provides the framework for an architectural/technical study of Wurzener Strasse and the Rappenberg, located in Robert Seidel’s birth town Grimma, remains identifiable as an Etch A Sketch despite its increase in scale. In the context of painting, this toy can be seen as a multiply-coded device. It references a childhood in Eastern Germany, Seidel’s translation of engineering perspectives and approaches into painting, and certainly also the toils of painting as such: an applied framework, the production of images and its limitations; experiments, determinations, rejections, new beginnings. Robert Seidel does not want to reinvent painting. He still considers classic motifs – landscapes, figurations, architecture – as starting points, and extends them through a number of contemporary aspects: in his work the artist, born in 1983, mixes vintage fantasies with vector aesthetics, the deconstruction of Saxony with bird’s eye views, and nerdy vinyl-loving reggae connoisseur-dom with old-masterly egg tempera on canvas techniques.

“Magische Tafel” is part of a series 3 of paintings, for which Seidel – still during his studies at the Leipzig Academy of Visual Arts – took on the role of a local historian in order to examine his hometown Grimma, Saxony (with a population of approx 30,000), and the surrounding Muldental region through painting: “I see myself as a chronicler whose purpose is to document the present for future generations; and also as a critical observer, who assesses what he sees for its image qualities, and, if necessary, alters the status quo.“4 This attitude is based on a desire to focus on what is nearby. Seidel wanted to “opt for a manageable arsenal of image possibilities and to find a clearly defined range of subjects.“5 The echo of Saxon landscapes has been resonating through recent art history for quite some time. Beginning with Romantic painters such as Ludwig Richter from Dresden (1803-1884), whose main subject was the Sächsische Schweiz; or the Saxon Impressionist Robert Sterl (1867-1932), who portrayed workers in the (now extinct) quarries; up to the works of contemporary elder statesmen like Neo Rauch – Seidel’s teacher at the Leipziger Academy – or Georg Baselitz. But nowhere in contemporary painting do we find such a cross section of the region, such applied scrutiny in terms of local history and typology, such a dissection that comes close to the works of Seidel.

The artist is keen to remark that his paintings are not primarily concerned with depicting houses, villages or small towns, but with making things and contexts comprehensible to the spectator and himself. “Once I have reached the feeling of saturation I can step back and make changes; I can accept the independent existence of the image and let myself be surprised by the results of painting.“6

Unusual approaches to composition or subtle details in the paintings are the source of a current of narratives and references that pull the observer deeper into the image: in “Wurzen” (2008) for instance, the red, three-pronged logo of Wurzener Nahrungsmittel GmbH appears together with various two- and three-dimensional studies of residential, commercial and administration buildings. Prior to the reunification of Germany, the company had been known nationwide as VEB Nahrungsmittelkombinat “Albert Kuntz” and had supplied the GDR, among other things, with peanut snacks and boil-in-bag rice. Also included in the picture is the black, red and gold municipal coat of arms; showing a rider in armour holding a crozier in his right hand, the staff of office carried by bishops. The more recent, inglorious history of the city is referenced by a blurry portrait of Rudolf Heß, the deputy of Adolf Hitler, in the style of a stencil graffiti or sticker. In the Nuremberg Trials Heß was convicted to a life sentence. He committed suicide in 1987 and has since been revered by right-wing extremists as a cult figure and martyr. Since the 1990s an active extreme right-wing scene has developed in Wurzen (and also in the entire area surrounding Leipzig). The scene has created established structures and is present in many areas of social life. “I do not see my work as an explicit political statement,” says Seidel “but the right-wing scene was and is a part of Wurzen; no more, no less.“7 Less easy to decipher is the graffiti acronym ACAB (“All cops are bastards”), which has its origins in the British ultras movement of the 1970s, and today is used by both right- and left-wing youth cultures.

The principles of reduction, simplification, selection, intensification and alteration are strategies in any approach to painting, but they play a particularly significant role in the work of Seidel. His figurative subjects illustrate just how essential the art of leaving-out and selecting is for Seidel’s practice. For the painting “Dirty Reggae” (2011) the artist has used a found promotional photograph8 of the Spanish reggae and rocksteady band Los Granadians (del Espacio Exterior). Seidel used the photograph as his model, and committed it to a process of clarification and alteration – for instance, two of the six band members posing in the original picture are omitted from the painting – to such an extent that eventually all that remains is the “cool pose” of a group of musicians in a small room. A similar principle was used by the artist for the production of “Top of the ladder” (2013), which was based on an album of the same name by the Jamaican ska and calypso band Byron Lee and the Dragonaires, released in the second latter half of the 1960s. Seidel shrunk the big band ensemble from originally 15 musicians down to the classic band size of four members, eliminated the audience and drained the hotel pool. “Dirty Reggae” and “Top of the ladder” are structurally akin to “reverse engineering”: a plan is extracted from a finished object through close analysis – and suddenly the underlying structure becomes visible. Usually, the image transfer between art and pop works in the opposite direction.9

The indiscriminate translation – and further processing – of obscure Reggae record covers into the artist’s own practice can be explained with Diedrich Diederichsen’s notion of “being serious about one’s own fandom”. “If you have to make a choice between successful communication, meaning between what is called intelligibility and the loyalty to the subject, or the loyalty to your own enthusiasm, I am in favour of the latter. […] Someone, who enters a state of ecstatic reception is much more interesting to observe than someone who conveys information.“10 When Robert Seidel talks about his own work, he speaks about erasing flaws, taking stock and focusing visual power: “I work as long as it takes until there is a sense of calm, and an order has been established.“11 But this is just one aspect of his art, which is sometimes actually made on a drawing board. Behind the pictures – which do not appear as uncluttered as the artist is prone to claim – an indulgence in landscapes, music, the architecture of things and shifting perspectives is clearly evident. Seidel is an ecstatic painter, who starts with dissecting and demolishing his subjects, in order to put them together anew afterwards. The courage to question everything provides the basis for his novel, fascinating pictures.
– Kito Nedo

1 Fox, Margalit: André Cassagnes, Etch A Sketch Inventor, Is Dead at 86. New York Times, 3.2.2013 (http://www.nytimes.com/2013/02/04/business/andre-cassagnes-etch-a-sketch-inventor-is-dead-at-86.html?hp&_r=1& – retrieved August 2013)
2 One of these devices is part of the collection of the Deutsches Historisches Museum Berlin (Inventory number AK 99/798) http://www.dhm.de/datenbank/dhm.php?seite=5&fld_0=99003858
3 among others: “Wurzener Straße” (2006), “Möseln on Fire” (2007), “Wurzen” (2008), “Seeligenstädt” (2010)
4 Master-class graduation statement October 2011, e-mail to the author, November 2011
5 Master-class graduation statement October 2011, e-mail to the author, November 2011
6 Master-class graduation statement October 2011, e-mail to the author, November 2011
7 e-mail to the author, August 2013
8 http://granadians.com/losGranadians2003.html; “Dirty Reggae” is the title of the 2003 debut of the Reggae band The Aggrolites from California
9 Notable examples are the collaborations between the Beatles and pop artists Peter Blake and Jann Haworth for the cover design of Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967) or some of the record covers of Sonic Youth, that used works by Gerhard Richter (Daydream Nation, 1988), Raymond Pettibon (Goo, 1990) or Mike Kelley (Dirty, 1992).
10 Weber, Julian: „Rezeptionsekstase hat bei mir immer Vorrang.“ Interview with Diedrich Diederichsen, taz, die Tageszeitung, 16.07.2013
11 Master-class graduation statement October 2011, e-mail to the author, November 2011