Jochen Plogsties

Malerei

1. May – 12. June 2010

Opening: May 1, 11 am – 9pm / May 2, 11 am – 6pm
Eröffnung: 1. Mai 11 – 21h / 2. Mai 11 – 18h

2_10. Oil on canvas, 60 x 50 cm, 2010
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14_10. Oil on canvas, 60 x 50 cm, 2010

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Malerei. Exhibition view, 2010



Plogsties war weg. Nach zwei Jahren zeigt er wieder eine Einzelausstellung in Leipzig, die eine neue Klarheit, einen neuen Umgang mit Raum behauptet. Architektonische Versatzstücke, das Spiel mit Fläche und Farbe und beinahe immer eine Ahnung von Landschaft bilden die Basis. Auf dieser Grundlage, die oft etwas bühnenhaftes ausstrahlt, platziert Plogsties Figuren oder Bausteine, die der abstrakten Fläche einen gegenständlichen Widerpart hinzufügen. Tiere, einzeln oder zu zweit, aber auch menschliche Figuren und Gebäude treten hervor und bilden einen erzählerischen Einstieg in seine Bilder. In Bezug auf die gestische, pastose Fläche aber wird deutlich, dass es hier nicht bloß um die narrative Dimension der Malerei geht. Oft überlagern sich etliche Schichten Ölfarbe, bis Plogsties die Materialität zu einem Punkt getrieben hat, an dem aus einer Oberfläche ein dreidimensionaler, fast skulpturaler Körper geworden ist. Dieser zunächst ungegenständlich angelegten Struktur entspricht das Arrangement figurativer Elemente in der Fläche. Obwohl es bisweilen eine angedeutete Horizontlinie gibt oder Lichtverhältnisse zu erkennen sind, die auf einen Innenraum schließen lassen, wirken sämtliche Figuren, als wären sie aus Raum und Zeit herausgenommen. Ihr Verhältnis zum und innerhalb der Bildraums begründet sich im Bildraum selbst, und nicht in ihrem Vorkommen oder Verhalten in der Realität, der sie entlehnt sind. So stellt sich heraus, dass die narrativen Elemente in Plogsties Malerei nicht Verweis auf eine zeitgenössische Wirklichkeit sind, sondern symbolische Figuren werden, die prototypisch Konstellationen und Szenerien widergeben, die zwar der Realität entsprungen sein können, ihre ikonografische Stärke aber erst entwickeln, wenn sie aus dieser heraus gelöst werden, und in den malerisch begründeten Zusammenhang der Bilder Plogsties´ überführt werden.
- Arne Linde