Grit Hachmeister

Jetzt Noch Besser II

25. October – 16. November 2013

Opening:
October 25, 6 – 9pm


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Jetzt noch besser II. Exhibition view, 2013

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Jetzt noch besser II. Exhibition view, 2013

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Jetzt noch besser II. Exhibition view, 2013

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Macht nix. Mixed media on paper, 24 x 20 cm, 2013



English version below

Models aus der Hochglanzwerbung zu Gast bei Grit Hachmeister: Frauen und Männer räkeln sich auf der Leinwand, reduziert auf schmale schwarze Outlines, immer noch mit glitzernden Schmuckstücken an den Ohrläppchen und schicke Schuhe an den Füßen, doch dabei teurer Stoffe vollkommen entledigt, nackt nämlich.
Medienbilder, Körper, schräge Wesen – in "Jetzt Noch Besser II" hält Hachmeister der grotesken Realität wieder einmal den Spiegel vor. Sie enttarnt die Inszenierungsstrategien der allgegenwärtigen Werbewelt, isoliert skurrile Figuren aus den bunten Blättern von Kleinstadt-Zeitungen, malt ihnen hanebüchene Gefährten an die Hand und collagiert eine Welt herbei, die der Realität heiter einen Vogel zeigt. Im wahrsten Sinne des Wortes – denn neben Models, Maskottchen und seltsamen Menschen sind es oft tierische und fabelhaft Wesen, die in ihren Fotografien, Malereien und Zeichnungen zu Akteuren werden.
Der politische Diskurs ist nur ein Augenzwinkern entfernt: Die Integrität des eigenen Körpes im Kontext von Debatten zu gesellschaftlichen Vorstellungen von Geschlechterstereotypen und Intersexualität, die Befragung von Kunstgeschichte und Werbebildern hinsichtlich weiblicher und/ oder männlicher Ikonographien ebenso wie eine künstlerische Analyse medialer Bildproduktion und -verwertung stecken den Rahmen ab, in denen Hachmeister Stellung bezieht. Sensibilität für die Verwundbarkeit des Menschen und Humor sind dabei ihre stärksten Waffen: immer tut es ein bisschen weh, sich in den Arbeiten Hachmeisters wieder zu finden, nie lässt sie einen damit im Regen stehen – die Absurdität des Lebens macht uns am Ende alle zu Spott und Spöttern, Hans Dampf und Hans Wurst auf der Bühne eines surrealen Puppenspiels.

Grit Hachmeister is host to various models from glossy advertisements: women and men seductively spread across the canvas, reduced to thin black outlines. Sparkling jewellery and fashionable shoes still adorn their ears and feet, but they are stripped of the expensive fabrics, naked. Media images, bodies, strange creatures – Grit Hachmeister holds a mirror up to grotesque reality. She unveils the strategies of staging in ubiquitous adverti¬sing, isolates weird figures from the full-colour pages of small town newspapers and paints absurd companions for them. She creates a world from collage that laughs cheerfully into the face of reality. It is a fantastic world in the literal sense – besides models, mascots and bizarre characters in general often animals or creatures from fairytales are featured as protagonists in her photographs, paintings and installations.
Political discourse is only a blink of an eye away: the integrity of one’s own body in the light of debates about common ideas of gender stereotypes and intersexuality, an examination of art history and advertising images concerning male and female iconographies, as well as an artistic analysis of the production and exploitation of images in the media provides the framework in which Hachmeister operates. Her most powerful weapons are her sensitivity for human vulnerability and her humour: it always hurts a little to discover a part of yourself in Hachmeister’s works, but she never leaves anyone out in the cold – in the end the absurdity of life turns us all into fools; jacks-of-all-trades and zany characters on the stage of a surreal puppet play.