Grit Hachmeister



Ausstellungstext "Grit, wir kriegen Dich!" 21.Juli – 6.August 2005
In German language only

In den Fotografien und Zeichnungen von Grit Hachmeister spielen Körper die zentrale Rolle. Schmerz und Erotik liegen nah beieinander, Gesten der Hilfestellung sind verwechselbar mit Demütigungshandlungen. Betrachtende Blicke streifen über die Haut, Begehren reibt und scheuert – kein Wunder, dass es da Verletzungen gibt. “Der Körper, die kleine Mißgeburt!“ wird dem Begaffen ausgeliefert. Ganz klar: Blicke können töten, die Bilder laden dazu ein, sich ihrer zu bemächtigen.
Grit Hachmeister zeigt in ihrer ersten Einzelausstellung Fotografien und Zeichnungen, die die Empfindungsfähigkeit des menschlichen Körpers in aller schonungsloser Intimität durchdeklinieren. Erotik und Schmerz liegen nah beieinander, zärtlich kann Zerfleischung sein und Perversion ganz banale Realität. Grit Hachmeister gilt längst als Künstlerin, deren offensive Sektion von Körperlichkeit die einen das Schaudern lehrt, anderen Schamesröte in die Wangen treibt und wieder anderen das Herzchen höher schlagen lässt.
Die herkömmlichen Grenzziehung des noch erlaubten wird aufgehoben – und zwar eben nicht zugunsten eines heillosen ”Alles-ist-möglich”. Oft genug sprechen Verklemmtheit und Versehrtheit aus den Bildern und stellen sich die vermeintlich schwachen Figuren als die Strippenzieher heraus. Es ist nicht die Darstellung des angenehm Unangenehmen, was die Grenze überschreitet. Es ist die Ambivalenz des Körperlichen selbst.
— Arne Linde